platten


superpunk – die seele des menschen…
“auch ich beneide die surfer am meer. ein wenig. so, jetzt ist es raus: superpunk sind zurück und werfen ein knappes dutzend perlen vor eine rezensentenhorde, der bisweilen nichts besseres einfällt, als mangelnde innovationsfähigkeit und überdies die anlehnung an musik vergangener zeiten zu konstatieren. eine – beinahe logische – kapitulation vor der textgewalt eines carsten friedrichs und einer band, die so prächtig dahergroovt, dass einem nichts übrig bleibt, als die sprichwörtlichen bauklötze zu staunen und in einer weitaus weniger geistreichen art und weise kurz die entscheidenden fragen zu beantworten. auf seinen vier buchstaben sitzen bleiben? jeder versuch blieb bis dato erfolglos. mitsingen? unbedingt. mal über die texte sinnieren? sehr zu empfehlen. “die seele des menschen unter superpunk” weiterempfehlen? folgt auf dem fuße: wer mal wieder lieder mit einer message braucht, aber auf anarcho-punk und weltschmerzmusik in a-moll verzichten will, wer der realität tatsächlich ins gesicht sehen kann und dabei lachen muss, wer heute nicht mehr unbedingt kämpfen möchte und wer den einfachen leuten schon allein deshalb skeptisch gegenübersteht, weil er einer von ihnen ist, der sollte sich mit dieser platte auf eine fahrt ins ungefähre begeben.” (gastrezension)


imperial state electric – imperial state electric
“nach dem tragischen ende der hellacopters, der bekanntlich letzten rock ‘n’ roll band von echtem schrot und korn, hat deren vordenker nicke andersson verschiedene kumpanen zusammengetrommelt, um unter dem namen imperial state electric zwölf neue lieder zusammen zu brauen. im vergleich zu den vielen veröffentlichungen der hellacopters des letzten jahrzehnts wird hier allerdings eine portion mehr hard-rock gereicht. auch scheint es, als habe andersson seine kiss scheiben in letzter zeit wieder vermehrt auf den plattenteller befördert. “redemption’s gone” erinnert schließlich an “time got no time to wait for me”, werden doch wie in der letzten nummer auf “rock ‘n’ roll is dead” wieder zum abgang die gitarren gequält. ganz klar, die zutaten sind im grunde die selben geblieben. beim nächsten mal darfs dann gerne noch ein bisschen mehr pfeffer sein, fehlt dem rock auf dieser platte doch leider manchmal ein wenig der roll. für das gut gewürzte “i’ll let you down” gibts den siebten stern und man darf auf schmackhafte live-auftritte in den hiesigen gefilden hoffen.” (gastrezension)


the national – high violet
“wenige platten im jahr werden derart sehnsüchtig erwartet wie solche von the national. durchaus verständlich. denn gehen auch nur wenige platten im jahr derart unter die haut wie solche von the national. 2010 wurden die erwartungen mit den bereits im vorfeld im internet veröffentlichten songs “terrible love”, “aifraid of everyone” und “bloodbuzz ohio” ins unermessliche hochgeschraubt. dass die restlichen songs der platte dieses niveau kaum halten konnten, war abzusehen. gleichwohl: die intensität ihrer musik bleibt unübertroffen.”


gisbert zu knyphausen – hurra! hurra! so nicht.
“ich hab’ die immer gleiche losung auf den lippen. die welt ist grässlich und wunderschön” singt gisbert zu knyphausen auf seiner zweiten langspielplatte. er ist sich treu geblieben, hat trübsinn und zuversicht in elf neuen stücken miteinander vereint und vom deutschen rolling stone dafür das prädikat “verdammtes genie” eingeheimst. tatsächlich kommt “hurra! hurra! so nicht.” zwei jahre nach dem großartigen debüt einem neuerlichen geniestreich ziemlich nahe. dieses mal hat er die lieder um das unvermeidliche “melancholie” noch etwas grauer angestrichen und die band lässt sie vermehrt dahin plätschern, wie das wasser in den flüssen hamburgs, die der barde an der ein oder anderen stelle besingt. auch die ausflüge auf interstellare müllkippen und gedanken an netzwerkkabel können nicht darüber hinwegtäuschen: der mann ist authentisch, tiefsinnig und hat weiterhin einiges zu sagen. obwohl die losung die gleiche bleibt. oklahoma – od’s outtakes vergibt das prädikat “fabelhaft”. (gastrezension)


the tallest man on earth – the wild hunt
“in der einen sekunde malträtiert kristian matsson alias the tallest man on earth seine klampfe mit harten anschlägen, in der anderen spendiert er ihr unsagbar gefühlvolles gezupfe. im einsatz ist währenddessen seine einprägsame stimme, die für 27 lebensjahre doch ziemlich mitgenommen klingt. wie schon der vorgänger enthält auch “the wild hunt” zehn lieder, die sich erkennbar ähneln, ohne nach dem letzten song eintönigkeit zu hinterlassen. dafür haben der titelsong, “burden of tomororow”, “king of spain” und “kids on the run” schon für zu viel begeisterung gesorgt.”